Praktika und Freiwilligendienste in Afrika
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Erfahrungsberichte

Um Euch einen persönlicheren Eindruck von einem Aufenthalt in Afrika mit uns zu geben, wollen wir hier ein paar Erfahrungsberichte einstellen. Diese sollen nicht nur von tollen Erlebnissen berichten, sondern auch realistisch darstellen, welche Herausforderungen und Schwierigkeiten solch eine Erfahrung mit sich bringt.  Da wir erst jüngst entschlossen haben, Teilnehmer um einen Bericht zu bitten, haben wir noch keine Auswahl. Das wird aber demnächst ergänzt.  Bei Interesse können wir Euch auch Kontaktadressen zur Verfügung stellen, um direkt mit ehemaligen Teilnehmern zu sprechen.   

 

1.) Freiwilligendienst in einer Schule in Südafrika von Annina Marks, Deutschland

Ich habe einen Monat in Reiger Park verbracht, einem kleinen Ort in der Nähe von Johannesburg in Süd Afrika. Gearbeitet habe ich als Lehrerin und Kinderbetreuerin.

Die Ankunft

Kaum hatte ich mein Gepäck am Flughafen entgegengenommen, sah ich schon Pastor Simon, einen der STAESA Mitarbeiter, der mich mit einem großen Schild am Ausgang erwartete, um mich zu meiner Gastfamilie zu bringen. Schon auf der Fahrt dorthin (übrigens auf der linken, nicht der rechten Straßenseite) haben wir viel gelacht und ich war froh zu erfahren, dass man sich schon auf meinen Besuch freute! Da ich jedoch an einem Sonntagvormittag angekommen bin, ging es zunächst direkt in den Gottesdienst der kleinen Gemeinde. Er fand in einem kleinen Häuschen statt, durch dessen offene Türen und Fenster mir schon laute Musik entgegenschwappte. Es wurde gesungen, getanzt, musiziert, geklatscht, herum gesprungen, gepredigt, geweint und gelacht! Überall tobten kleine Kinder und auf dem Boden lagen tief schlummernde Babies, die sich erstaunlicherweise von der extremen Lautstärke nicht beeindrucken ließen. Gesprochen wurde Afrikaans und nach dem Gottesdienst haben sich alle zum Abschied umarmt – und ich meine wirklich alle! Jeder Mann, jede Frau, alle Kinder drückten mich herzlich und sagten „Bless you“ oder „Welcome“. Es war eine schöne Begrüßung!      

Meine Familie

Ich wohnte mit meiner Gastmutter Tima, ihrem Sohn, ihrer Tochter (beide Mitte 20) und Timas Enkelkindern (drei Jungen im Alter von 3 bis 9 Jahren) zusammen in einem kleinen Steinhaus. Doch auch die Lebensgefährten von Timas Kindern und zahlreiche Freunde gingen bei uns täglich ein und aus. Die Tür stand - wahrscheinlich schon allein wegen der Hitze - meistens offen und vor allem abends nach der Arbeit war immer sehr viel los! Gesprochen wurde immer Afrikaans, doch mit mir konnte sich auch jeder auf Englisch unterhalten. Ich bekam Timas kleines Zimmer für mich, sie schlief auf dem Sofa und für die drei Kleinen wurde ein Deckenlager auf dem Wohnzimmerboden errichtet. Wir haben in sehr einfachen Verhältnissen gewohnt und uns alles geteilt, was beim Badezimmer manchmal etwas schwierig werden konnte J

Mein Tagesablauf

Simon und Robert, ein weiterer STAESA Mitarbeiter vor Ort, haben mich morgens immer abgeholt und zur Arbeit gebracht. Beide wohnten mit ihren Familien direkt gegenüber, was natürlich super war! Ich hatte jederzeit einen Ansprechpartner und brauchte mir nie Sorgen zu machen. Simon sprach alle Pläne mit mir durch und ich konnte selber entscheiden, was ich gerne sehen wollte oder wo ich wie lange arbeiten wollte. Also ein absolut offenes Programm! Ich habe eine Woche als Lehrerin in einer Grundschulklasse im Ort unterrichtet, doch war dort leider völlig auf mich allein gestellt. Da akuter Lehrermangel herrschte, wurde mir gleich am ersten Tag eine Klasse von 45 Kindern zugewiesen, die ich eine Woche lang von morgens bis nachmittags betreut habe. Eine sehr anstrengende, aber auch interessante und lustige Woche, in der ich viel gelernt habe – vor allem über mich selber!

Mein Lieblingsarbeitsplatz war jedoch die Little Light House Pre School – eine Art Kindertagesstätte für die Kleinsten! Ich habe mit drei anderen Frauen eine Gruppe von fast 90 Kleinkindern zwischen 0 und 6 Jahren betreut, beim Kochen und Füttern geholfen, gewickelt, gespielt, getröstet, etliche Nasen geputzt und einfach alles getan was im Laufe des Tages zu tun war! Die Kinder waren unglaublich süß und sehr selbstständig für ihr Alter! Auch die Betreuerinnen waren total nett und wir haben alle schnell Freundschaft geschlossen! Nachmittags konnte ich direkt zum STAESA Office laufen, da es ganz in der Nähe der Einrichtung lag. Dort habe ich dann meistens noch ein bisschen Zeit mit Simon verbracht, der immer viel zu tun hatte. Abends brachte er mich wieder nach Hause, wo Tima eine warme Mahlzeit für alle Familienmitglieder kochte (für den Tag bekam ich immer eine Lunch Box mit). Meistens gab es eine große Portion Fleisch mit Süßkartoffeln oder Papp (einer Art Maismehl), auch etwas Gemüse. Gegessen wurde meist nur mit den Fingern! Nachdem ich mich am ersten Tag noch mit Messer und Gabel an den Tisch setzen wollte, hockte ich später auch nur noch mit den anderen auf dem Sofa oder vor dem Haus, um mit fettigen Fingern die letzten Sonnenstrahlen zu genießen J Nach dem Essen bin ich dann mit Tima durch die Nachbarschaft geschlendert, um Roberts Familie oder andere Freunde zu besuchen. Auch sind wir oft noch zum Gottesdienst gegangen. Allerdings muss ich jedem davon abraten, abends alleine auf die Straßen zu gehen, da zumindest in manchen Gegenden wirklich sehr zwielichtige Gestalten herumlaufen.        

Ausflüge

Ich habe während meines Aufenthaltes auch einige Ausflüge unternommen. Da wir nur ca. 20 Minuten von Johannesburg entfernt wohnten, war es natürlich kein Problem die Stadt zu sehen. Viel schöner, ruhiger und weniger dreckig war es allerdings in Soweto. Dort konnte ich für umgerechnet ca. 4 Euro sogar Nelson Mandelas ehemaliges Haus von innen besichtigen! Soweto war neben einer Mini-Safari für mich persönlich der schönste Ausflug. Ich war auch im Apartheid Museum und habe einen Tag in Sun City verbracht, einer riesengroßen Erlebnisanlage mit Hotels, Casinos, Safari Touren und einem Badeparadies mit Strand und Palmen. Ich habe an einer kleinen Safari teilgenommen, was wirklich toll war (ich konnte viele Zebras, Nashörner, Affen, Giraffen, Gnus und einen Elefanten sehen), aber generell muss ich sagen, dass mir das Sight Seeing nicht so gut gefallen hat - wahrscheinlich auch, weil ich die Ausflüge immer alleine unternehmen musste. Simon und Robert haben mich an entsprechenden Stellen abgesetzt und später wieder abgeholt. Da im September außer mir leider keine anderen STAESA Volunteers vor Ort waren, konnte es teilweise etwas einsam werden in den Museen oder im Einkaufszentrum von Johannesburg L Ich hätte es schön gefunden, wenn zumindest eine weitere Person da gewesen wäre.

Mein persönliches Fazit

Ich bin von STAESA sehr gut betreut worden und würde solch eine Reise jeder Zeit wieder antreten. Man muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass zumindest in den kleineren Orten Süd Afrikas wirklich nicht die westlichen Standards gegeben sind, die wir von zu Hause kennen. Das Leben ist um einiges lauter und – ich sag mal: spontaner! Ich habe schnell gemerkt, dass ich gar keine andere Wahl habe, als eine gewisse Gelassenheit und Spontanität zu entwickeln, um mich nicht immer wieder über Kleinigkeiten, wie etwa leicht chaotische Planung oder fehlende Pünktlichkeit aufzuregen J Es gab nur mündliche Absprachen oder spontane Besuche, wir hatten keinen Festnetzanschluss oder Internet, mal kam ich um acht und mal um halb zehn in der Schule an... aber da alle Menschen an diesen Rhythmus gewöhnt sind, schien niemand überrascht oder böse darüber zu sein. So habe ich nach ein paar Tagen schon eine gesunde Ruhe und Ausgeglichenheit entwickelt J Mein Handy habe ich nach meiner Heimkehr sogar sehr lange Zeit gar nicht mehr benutzt, weil es mir plötzlich so überflüssig und nervig erschien! Außerdem hat mir diese Erfahrung wieder einmal vor Augen geführt, was für einen Wohlstand wir Deutschen im Vergleich zu anderen Ländern genießen – oft ohne uns darüber wirklich bewusst zu sein!

Die Menschen und vor allem die viiiiieeeelen Kinder, die ich während meiner Zeit in Afrika kennen gelernt habe, werden mir unvergesslich bleiben. Neben den alltäglichen kleinen Kulturschocks überwiegen auf jeden Fall die schönen Erinnerungen und wenn ich jetzt meine zahlreichen Photos betrachte, bin ich sehr froh, den Mut aufgebracht zu haben, diese Reise anzutreten!

 

 

2.) Praktikum beim Roten Kreuz in Togo von Daisy Higginson, England

Host Family

I loved being part of a host family as I felt that it gave me the opportunity to learn alot about the community I was living in.  I was able to get into the skin of the country and people who lived there.  They became important features of my life in Togo and I quickly formed deep relationships with members of the household.  I enjoyed spending time at home as much as I did exploring the country as I felt completely welcome there and had so many great friends in the neighbouring houses. I did live in a small family and spent alot of time with just me and the lady of the house who tended to be quite strict and at times I did feel as though I was tied to the house.  I got on so well with the girl who lived in the family that any difficult times were soon passed as she was always there to make me smile!

The Co-ordinator

Marcel was a very friendly coordinator who definitely looked out for me and made sure I was happy over my time in Togo.  He told me about local events going on he thought I'd enjoy and took me to various places I wouldn't have discovered on my own, like the boxing which the Red Cross were helping at and also a little place to go dancing. I felt as though I was able to talk to Marcel about my experiences in Togo which I think is important when you are away from home and everything is so different.  Marcel also gave me alot of freedom to discover Togo for myself and I felt that this relaxed approach was very beneficial as I could make my own friends and enjoy the country without too much direction.

The Organisation

I absolutely loved my time with the Red Cross in Togo.  It was a huge opportunity for myself to get some experience with such a highly respected organisation and work with people who were extremely experienced in their field of practice.  Although I found it quite difficult at first with my limitations in French I felt very welcomed and as though I was included in the staffing day to day activities.  It was great to see another health system in practice and use my limited knowledge of medicine in some way.   It was fantastic as I spend alot of time in the UK in lectures learning various material yet not being able to implement any of my knowledge into any sort of practical form.  This experience provided exacly that, first hand practical medical experience which I enjoyed to the absolute fullest.  I highly respected the staff that I worked with and learnt alot from them.  Adjivon is the best doctor I have ever worked with!

Other

I had the most amazing experience and obviously for that reason have decided to do another project with your company.  There are a couple of constructive criticisms however which I feel are important in making your rganisation the best possible.  Although I absolutely loved the time with my family I felt that the lady who I lived with did not fully understand many of my habits etc and I tried my best to adopt as many of the habits of the country as possible but I felt that she could have tried to reciprocate these efforts or maybe should have been made more aware of some of the differences which may occur between her and the individual who is staying with her. Finally, I think your doing absolutely great things for beautiful countries and brilliant organisations!

Testimonial

STAESA made me feel welcomed into their organisation and my project country from the moment I arrived till the time I took off home.  My host family were unbelievable, opening my eyes, ears and mouth to the colours, sounds, food and soul of the country.  I loved spending time at home making friends with the neighbours and spending time with my sisters but had an equally great time at work with my organisation.  I got exactly the experience I had hoped for and more, diving into a completely different health system and allowing me the opportunity to gain some practical medical experience.  I highly respected the doctors I worked with and learnt more from them then I had throughout alot of University.  STAESA really helped me feel at home but also gave me a great deal of freedom to allow me to discover my own secrets about Togo which I loved.   I had a brilliant time with them in Togo, so much so that I am going on another project with them this coming July in Ghana .  I would highly recommend joining a project with them if you want to experience the real soul of a country and enjoy a journey that no other company can offer!  

 

3.) Menschenrechtspraktikum in Ghana von Timo Holthoff, Deutschland

 

Ich wollte im Sommer 2005 während meiner Semesterferien ein Praktikum in einem afrikanischen Land machen. Vorher war ich noch nie in Afrika und wusste nicht so recht, wie ich die Sache angehen sollte und was mich erwartete.

Ich habe dann über das Internet die Seite von Students Travel and Exposure South Africa (STAESA) gefunden, deren Angebot mir vielversprechend aussah. Es war mir auch lieber, mit einer afrikanischen Organisation nach Afrika zu gehen, da ich mir ausgemalt habe, dass deutsche Organisationen, die solche Auslandsaufenthalte vermitteln, oft viel Geld für ihren Verwaltungsapparat verbrauchen. Als ich die Organisation kontaktierte, bekam ich schnell nette und ausführliche Antwort auf meine Fragen und habe mich entschlossen, mich zu bewerben. Ich konnte mich nicht recht entscheiden, in welches Land ich gehen möchte, habe daher bei der Bewerbung 3 oder 4 Länder als Wunsch angegeben. Ich habe mich lediglich festgelegt, dass ich ein Praktikum im Bereich Menschenrechtsarbeit machen möchte.

Drei Wochen nach der Bewerbung bekam ich Antwort mit einem Platzangebot für ein Praktikum bei der staatlichen Kommission für Menschenrechte in Ghana. Dies schien mir genau das zu sein, wonach ich gesucht hatte. Daher habe ich den Platz angenommen, mir von STAESA weitere Informationen über Ghana, meine Arbeitsstelle und Gastfamilie geben lassen, meinen Flug gebucht, mir die nötigen Impfungen besorgt und mich drei Monate später auf den Weg in die Hauptstadt Accra gemacht.

Dort wurde ich am Flughafen von Emmanuel, einem Mitarbeiter der Organisation, abgeholt und mit dem Auto erstmal in ein Hostel nahe der Innenstadt gebracht, wo ich mich den Nachmittag über ausschlafen und von den Strapazen des Fluges erholen konnte. Es war gut, erstmal so einen ruhigen Ort für sich zu haben, wo man langsam die ersten fremden Eindrücke verarbeiten und sich orientieren konnte. Gegen Abend ist Emmanuel zurück gekommen und hat mir die Umgebung gezeigt, ist mit mir in die Stadt und Geld tauschen gefahren, später in ein Restaurant essen gegangen und hat die 5 Sätze Twi bestaunt, die ich ich vorher gelernt und dort angewendet habe. Die Eindrücke des ersten Tages waren überwältigend. Sah Ghana so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte? Wie hab ich mir Ghana überhaupt vorgestellt? Bilder von Afrika aus Fil,m, Fernsehen und Zeitungen geisterten in meinem Kopt herum? Ich hatte schon die Vermutung, dass diese Bilder nicht der Wirklichkeit entsprechen. Ich konnte die kommende Zeit kaum erwarten, um ein paar Antworten zu bekommen. Die ersten zwei Nächte bin ich in dem Hostel geblieben. Während des Tages hat Emmanuel mich abgeholt und mit mir etwas Sight Seeing gemacht, hat mich ghanaisches Essen probieren lassen und ist mit mir an den Strand gefahren (Stichwort Strand: Auch am ersten Tag in Afrika macht die Sonne keine Ausnahme, dich zu verbrennen).

Am nächsten Tag habe ich dann Reverent Simon kennen gelernt, den Direktor von STAESA, der gerade in Ghana war. Dieser hat mich mit zu meiner Gastfamilie begleitet und vorgestellt. Dort saß ich dann im Plüschsofa im Wohnzimmer und habe Höflichkeiten ausgetauscht. Die Familie war mir auf den ersten Blick sympathisch und darin sollte ich mich nicht getäuscht haben. Die Eltern waren schon recht alt, der Vater Arzt, die Mutter Buchhalterin. Ihre zwei jüngsten Mädchen, 19 und 23, die beide studieren, lebten mit bei ihnen. Außerdem lebte nebenan ihr Neffe, dessen Zimmer mir zur Verfügung gestellt wurde und mit dem ich an dem Abend mein erstes ghanisches Bier genießen konnte. Das Haus der Familie befand sich nahe der Innenstadt in einem großen Hof, auf dem noch andere Häuser standen, in denen etliche Verwandte, Nachbaren und viele kleine Kinder wohnten. Als einziger Weißer im Hof, war ich so etwas wie eine Attraktion, wodurch ich schnell Anschluss zu Leuten fand. Es war aber auch ein seltsames Gefühl so im Mittelpunkt zu stehen...Nur wegen meiner Herkunft, die auf den ersten Blick an meiner Hautfarbe erkennbar war. Ähnlich müssen sich wohl auch Afrikaner in Deutschland fühlen, die zudem noch mit negativeren Vorurteilen zu kämpfen haben. Schon nach wenigen Tagen habe ich mich in der Familie absolut wohl und zuhause gefühlt. Während meinen drei Monaten dort habe ich viele sehr interessante Gespräche führen können, mit allen vorm Fernseher gesessen und ghanaische Soap Operas und Fußball geguckt, bin mit meiner Familie auf Hochzeiten und Taufen gefahren, wurde tausend Leuten vorgestellt, bin mit meiner Gastschwester an den Strand und meinem Gastbruder und seinen Freunden ins Nachtleben gezogen. Alle haben sich wirklich Mühe gegeben, haben mir alle möglichen Köstlichkeiten vorgesetzt, die meistens auch geschmeckt haben und haben mich rührend gepflegt, als ich eine Woche krank war. Die Tatsache, dass es in dem Haus auch westlichen Luxus, wie Mikrowelle, Kühlschrank, Wassertoilette und Auto gab, war mir recht egal, hat meinem Wohlbefinden aber sicher nicht geschadet. Woran ich mich allerdings erst gewöhnen musste, war, dass es weniger Ruhe und Privatsspäre gab, als ich von Zuhause gewohnt war. Es war eigentlich immer was los, immer wer da. Nach einiger Zeit, habe ich aber auch das als schön empfunden.

Am ersten Montag meines Aufenthaltes hat mich ein STAESA Mitarbeiter zu meiner Arbeitstelle gebracht. Er hat mir gezeigt, welchen Bus ich nehmen muss, um in 15 min. da zu sein. Ich war aufgeregt wie sonstwas, habe mir extra Hemd und Krawatte angezogen und kam mir erstmal recht verloren vor im alten Parlamentsgebäude, in dem sich heute die Institution befindet, in der ich arbeiten sollte. Ich sollte zunächst in der Public Relations Abteilung arbeiten. Dort bekam ich einen Mentor und einen eigenen Schreibtisch mit PC und Telefon zugeteilt. Den ersten Tag wurde ich herumgeführt und sollte ich nutzen, um mir in der Bibliothek im Haus die neuesten Jahresberichte etc durchzulesen, um einen Überblick über die Arbeit der Organisation zu bekommen. Ich sollte erfahren, dass die Institution eine Schlichtungsinstanz ist und in über 100 Regionalbüros Mediation in Streitfällen betreibt, wobei sie eine unbürokratische und schnelle Alternative zu den Gerichten ist und auch auf lokale Rechtsbräuche Rücksicht nimmt. Dort kann jeder Bürger Anzeige erheben, wenn er sich in seinen Menschenrechten verletzt fühlt, woraufhin die Institution ermittelt. Außerdem betreibt sie Bildungsarbeit zu Menschenrechten und ist für Korruptionsfragen zuständig. Obwohl es sich um eine staatliche Institution handelt, ist sie verfassungsmäßig unabhängig von der Regierung und eben dazu da, diese zu überwachen. Mein einer Chef sollte mir später noch bei einem Bier erzählen, wie er vor wenigen Jahren einmal selber das Schlafzimmer von Präsident Kufuor durchsucht hat, weil dieser in Korruptionsfragen angeklagt war. Das Konzept der Organisation erschien mit unglaublich interessant, gerade weil ich mich vorher schon mit dem Thema Verwirklichung von Good Governance in Entwicklungsländern beschäftigt habe. Ich war super gespannt auf die Arbeit, konnte mir aber nicht recht vorstellen, was genau ich da machen sollte. Schnell wurde mir dann aber klar, dass ich wie eine normale Arbeitskraft in den Alltag integriert wurde und das wusste ich sehr zu schätzen. Das Verhältnis zu meiner Chefin, von der ich viel lernte, war super. Die Arbeit war abwechslungsreich, lehreich und anspruchsvoll. Ich sollte eine Power-Point Präsentation zum Thema Bedeutung des Lehrers in der Menschenrechtserziehung erstellen, habe die statistischen Daten der jährlichen landesweiten Gefängnisinspektionen ausgewertet, habe eine Anfrage der deutschen Botschaft zum Thema Asyl bearbeitet, habe die Institution auf einen Public Hearing des britischen Konsulats vertreten und vieles mehr. Zudem unerstützte ich die Vorbereitung einer einwöchigen Menschenrechtsfortbildung für Lehrer,  die ich dann auch begleiten durfte, um die Evaluation zu übernehmen. Wir haben auf Kosten des Sponsors Dänemark in einem schönen, aber für mein Empfinden zu pompösen Hotel, getagt und ich wurde für die Woche sogar bezahlt (Danke Dänemark). Die Arbeitserfahrung in den 10 Wochen dort war mehr, als ich mir je erwartet habe, das Verhältnis zu den Kollegen war herzlich, die Smalltalks in der Kantine mit vielen interessanten Persönlichkeiten aus der ghanaischen Menschenrechtsarbeit waren ein täglicher Höhepunkt.

Die Zeit in Ghana war eine unschätzbar wertvolle Erfahrung für mich, in perönlicher wie auch in berufsqualifizierender Hinsicht. Viele Fragen, die ich zum Thema Afrika hatte, wurden mir beantwortet. Viel blieben offen und neue kamen hinzu, weil mir die unglaubliche Komplexität und Vielschichtigkeit dieses Kontinents und seiner Herausforderungen bewusst wurde. Es sind einige gute Freundschaften aus meinem Aufenthalt hervor gegangen, mit denen ich noch heute Kontakt pflege. Im Nachhinein erinnert man sich immer nur noch an die guten Dinge. Ich will hier aber nicht verschweigen, dass es auch weniger schöne Momente gab. Wenn mich Freunde versetzt haben oder wenn ich mit Halsentzündung und Fieber im Bett lag und am liebsten nachhause wollte oder wenn ich Nebenwirkungen von meiner Malariaprophylaxe hatte oder wenn Essen so scharf war, dass ich den ganzen Tag Bauchschwerzen hatte oder wenn ich ewig irgendwo auf irgendwelche Leute, Busse oder was auch immer warten musste oder wenn ich das Gefühl hatte, dass mir Abgase und Staub in der Innenstadt die Luft rauben oder wenn ich die Armut in den Slums und 500 Meter weiter westliche Konsumtempel gesehen habe oder wenn ich am Wochenende nicht ausschlafen konnte, weil ab 7 Uhr alle anderen wach waren oder wenn ich mich geärgert habe, wie Männer  scheinbar  untätig in der Bar sitzen, während ihre Frauen den kompletten Haushalt alleine schmeißen und nebenbei  nocharbeiten müssen, oder als mein Vater sich einer schweren Operation unterziehen musste und ich hilflos 10000km entfernt darauf gewartet habe, dass meine Handy klingelt und das angstvolle Warten ein Ende hat. Aber all dies war es dreimal wert, bedenkt man, was ich auf der positiven Seite verbuchen konnte. Die drei Monate in Ghana haben mich diesem Land und seinen Leuten nahe gebracht und in mir den Wunsch geweckt, mich auch in Zukunft für Afrika zu engagieren.

Zurück zur Organisation STAESA, die mir den Aufenthalt organisierte. Ich habe während meines Aufenthaltes den Direktor, Rev. Simon Kudzo, gut kennen lernen dürfen, da er sich zu der Zeit grade in seinem Heimatland Ghana und nicht wie zumeist in Südafrika aufhielt. In langen Gesprächen mit Simon über seine Arbeit habe ich den Eindruck gewonnen, dass STAESA wirklich die Ideale verfolgt, für die sie steht. Dass alle ihrer Arbeit mit einem höheren Ziel vor Augen nachgehen und nicht nur um Geld zu verdienen und dass ich die entwicklungspolitischen Ansätze dieser Organisation vertreten kann. Als ich Simon mitteilte, dass ich die Rundreise, die ich mit STAESA gebucht habe, absagen will, weil ich stattdessen eine Woche auf Dienstreise gehen wollte, hat er ohne Zögern das Geld dafür sofort zurückgezahlt. Das hatte mich schwer beeindruckt. Ich habe Vertauen zu diesem Mann und den anderen Mitarbeitern, die ich kennen lernen durfte, gewonnen. Als Simon mich nach meiner Rückkehr fragte, ob ich mir vorstellen könnte, eine deutschsprachige Sektion von STAESA zu gründen, um mehr Leute für ihre Programme gewinnen und besseren Service für Leute aus dem deutschsprachigen Raum bieten zu können, musste ich nicht lange überlegen. Ich habe seitdem dabei geholfen, die Programme von STAESA zu optimieren und habe mit der Hilfe von einigen anderen Engagierten AfrikaPraktika entwickelt und gegründet. Dieses Projekt betreue ich neben dem Studium, es läuft abgesehen von einer geringen Aufwandsentschädigung auf ehrenamtlicher Basis.

Im September 2007 werde ich für einige Wochen ins Hauptquartier nach Südafrika reisen, um dort das komplette Team kennenzulernen und mit bei der Weiterentwicklung unserer Angebote und Projekte zu helfen. Im Frühjahr 2008 steht eine Reise nach Westafrika an, um unsere Projekte zu besuchen. Für die fernere Zukunft planen wir die Eröffnung einer französischen Sektion. Ich bin dankbar, für die Erfahrungen, die mir dieses Projekt bietet. Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitrage, vielen anderen Menschen einen unvergesslichen Aufenthalt in Afrika, der zu einem differenzierten Afrikabild und einer kritischen Reflexion der globalen Verhältnisse und eigenen Positionen beiträgt, zu ermöglichen und vielleicht auch einen bescheidenen Beitrag zum Wohle der Menschen in Afrika zu leisten vermag.

 

4. Forschungspraktikum in einer Schule in Togo von Lara Kandziora, Deutschland

Am 31.01.2008 war es soweit. Gegen 10 Uhr startete ich von Hannover über Paris nach Lomé, wo ich die nächsten vier Wochen in einer Familie verbringen und eine Studie für meine Abschlussarbeit durchführen würde. Da dies nicht mein erster Afrika-Aufenthalt war, wusste ich so ungefähr, was auf mich zukommt. Mit einer guten halben Stunde Verspätung landete ich gegen 19.00 Uhr Ortszeit in Lomé. Nachdem ich die Passkontrolle hinter mich gebracht hatte stand ich nun am Fließband und wartete auf mein Gepäck. Bereits zu diesem Zeitpunkt macht mir die Hitze zu schaffen. Nach einer weiteren halben Stunde hatte ich alle meine Gepäckstücke auf den Trolley verfrachtet und machte mich mit rund 60Kg Gepäck in Richtung Ausgang. Dort stand schon der Sohn der Familie, Komlan, mit einem Schild auf dem mein Name stand und wartete. Auch mein Gastvater Jules Akakpo war dabei. Wir verließen den Flughafen und nachdem Komlan und ich noch kurz auf den Vater mit dem Auto gewartet haben machten wir uns auf nach Hause.

Das Haus der Familie erreichten wir nach ca. 20 Minuten Fahrt, da es aber bereits dunkel war konnte ich von meiner neuen Umgebung nicht allzu viel wahrnehmen. Zunächst wurde mir mein Zimmer gezeigt, dann die Familie vorgestellt. Mittlerweile war es halb neun und nachdem ich mich eingerichtet hatte legte ich mich auch schlafen.

Am nächsten Morgen wurde mir ein frisches Omelette sowie Brot aus der eigenen Bäckerei serviert. Anschließend schaute ich mich erst einmal in meiner neuen Umgebung um. Das Haus der Familie lag ca. 5 Km entfernt von Lomé, in einer Seitenstraße.

Gegen 14 Uhr fuhren Herr Akakpo und ich zu der Schule, in der ich ab Montag forschen sollte und erledigten ein paar Dinge in der Stadt (Geldwechsel, Handykarte kaufen). Auch der Samstag sollte spannend weitergehen. Der Sohn Komlan fuhr  mit mir an den Strand sowie Postkarten kaufen und schlenderte mit mir über den Grand Marché. Am Sonntag besuchte ich mit meiner Familie den Gottesdienst. Was ich nicht wusste, dieser dauert rund drei Stunden!!! Da aber viel gesungen und auch getanzt wird ging die Zeit wie im Flug vorbei und ich begleitete die Familie fortan jeden Sonntag.

Am Montag begann dann mein erster Schultag. Jede Woche wechselte ich die Klasse, sodass ich insgesamt in drei Klassen am Unterricht teilnahm. Auch wenn ich selbst nicht unterrichtet habe, konnte ich dennoch alle meine Methoden durchführen und teilweise sogar noch selbst etwas lernen. Beispielsweise verbesserte ich so meine Grammatikkenntnisse in Französisch und erlangte Wissen über Politik und Geografie in Togo. Die Lehrer waren alles sehr nett und halfen mir bei der Umsetzung und Durchführung meiner Studie.

Neben dem Aufenthalt in der Schule ging ich nachmittags in ein Waisenhaus unweit meiner Unterkunft. Dort sang ich mit den Kindern, spielte, redete oder malte. Die Kinder dorten freuten sich immer besonders über mein Kommen und empfingen mich fröhlich.

Am Wochenende und Mittwoch nachmittags hatte ich Zeit, um Land und Laute kennen zu lernen. So besuchte ich nicht nur das Museum und die örtlichen Denkmäler sondern besuchte auch den Wasserfall von Kpimé, den Markt in Kpalimé, die ursprüngliche Hauptstadt Togos, Togoville, und bestieg den Mont Agou.

Im Großen und Ganzen ein unvergesslichen Erlebnis, an das ich noch oft zurückdenken werde. Ganz bestimmt auch nicht mein letzter Besuch bei meiner zweiten Familie. Danke AfrikaPraktika!!!

 

5.) Tourismuspraktikum in einem Hotel in Kapstadt von Bianca Hoffmann

Da ich eine Ausbildung zum International Assistant for Tourism and Event Management mache, wollte ich mein 5-wöchiges Praktikum im Ausland verbringen. Am meisten interessierte mich hierbei Südafrika, da ich schon viel (auch Negatives) über dieses Land gehört hatte und mir ein eigenes Bild machen wollte.

Nach einigem Surfen stieß ich dann auf die Seite von AfrikaPraktika und erkundigte mich, ob sie auch ein Praktikum im touristischen Bereich vermitteln könnten. Timo, der deutsche Mitarbeiter, sicherte mir dies sofort zu. Wenig später war er zufälligerweise selbst in Kapstadt und suchte direkt vor Ort nach einem Platz für mich.

Zwar klappte es nicht, dass ich bei einer Gastfamilie wohnen konnte, aber das YMCA-Hostel in Observatory, einem studentischen Stadtteil von Kapstadt, war sicherlich genauso gut, wenn nicht sogar besser. Die meisten Bewohner dort waren Studenten aus hauptsächlich afrikanischen Ländern. So lernte ich viele junge, aufgeschlossene Menschen kennen und erfuhr ein wenig über ihr Leben und ihre Kultur.

Am Flughafen holten mich Marina, eine STAESA-Mitarbeiterin, und ihr Mann Gladman ab. Sie brachten mich zum YMCA, zeigten mir ein wenig von der Stadt und erklärten, auf was man achten sollte (z.B. nicht nachts alleine in dunkle Gassen gehen, aber das ist ja wohl in jeder Großstadt so). Am nächsten Morgen holte Gladman mich ab, zeigte mir den Weg zur Arbeit und zum Bahnhof.

Mein Fazit:

Ich bin von der Organisation gut betreut worden und der Einsatz bei der Praktikumssuche war wirklich bemerkenswert. Von der Stadt und den Einwohnern bin ich immer noch total begeistert, das ganze Thema Gewalt und Kriminalität wird in unseren Medien einfach zu stark aufgebauscht. Natürlich kann man nicht überall alleine herumlaufen, doch das würde man in manchen Gegenden von Frankfurt oder Berlin auch nicht tun.

Der Berg, die Innenstadt, die Strände, die Ozeane sind einfach faszinierend schön und in der nahen Umgebung kann man viele Ausflüge unternehmen. Zum Beispiel gibt es die Winelands mit Weinbergen und schicken Weingütern, große Tierreservate mit den Big 5, die Kirstenbosch Botanical Gardens mit einer großen Pflanzenvielfalt und eigentlich alles, was das Herz begehrt. Zwar war ich die einzige Praktikantin und somit oft alleine unterwegs, doch da man dort ziemlich schnell Anschluss findet, war das kein wirkliches Problem.

Also, auf diesem Weg noch einmal herzlichen Dank an AfrikaPraktika und besonders an Timo. Ich habe mich bei euch wirklich gut aufgehoben gefühlt und einen spannenden Praktikumsplatz gehabt.


6.) Freiwilligendienst in einem “Day Care Centre” in Tansania von Eileen Pickert

 Mein Wunsch war es, in meinen Sommerferien 2010 einen Freiwilligendienst in einem afrikanischen Kindergarten zu leisten. Anfänglich hatte ich Bedenken, ob mich aufgrund der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit von knapp sechs Wochen eine Organisation aufnehmen würde. Sehr zu meiner Freude stieß ich dann im Internet auf STAESA  bzw. AfrikaPraktika und war sofort von der großen Angebotvielfalt begeistert! AfrikaPraktika machte es mir nicht nur möglich, eine passende Einrichtung für meinen Freiwilligendienst zu finden, sondern gab sich auch große Mühe, auf alle meine Vorlieben Rücksicht zu nehmen.

Und so flog ich, ziemlich nervös und aufgeregt, am 13. Juli Richtung Tansania…

Die Ankunft

Nach über 18 Stunden Flug erreichte ich schließlich den Julius Nyerere International Airport in Dar es Salaam, wo ich von einem Fahrer bereits erwartet wurde. Die erste Fahrt im Linksverkehr war ziemlich aufregend, besonders, da es die Menschen in Dar es Salaam scheinbar mit den Straßenregeln nicht so genau nehmen und lieber nach dem Motto „Wer zuerst kommt, fährt zuerst!“ unterwegs sind. Ich erreichte, trotz aller Befürchtungen, jedoch wohlbehalten das Haus von Mama Mosha, wo ich von dieser am Abend sehr herzlich in Empfang genommen wurde. Bei Sätzen wie „An African house is never full!“ und „If you have got a question-  just ask me.“ waren meine Sorgen und Ängste mit einem Mal wie weggewischt und ich blickte zuversichtlich auf die mir bevorstehenden sechs Wochen.

Meine Gastfamilie

Am nächsten Tag war es dann endlich soweit- ich lernte meine „neue“ Familie kennen!

Desderia und Edward Mhamilawa bewohnten ein größeres Anwesen in der Makuburi Area,  zu dem neben dem Haupthaus auch ein separates Nebengebäude für Volontäre bzw. Gäste sowie das „Edde Yane Day Care Centre“ gehörten. Obwohl Mama Desderia, die neben dem Day Care Centre auch einen kleinen Shop sowie einen Catering-Service leitete, und Baba Edward tagsüber sehr beschäftigt waren, fühlte ich mich in ihrer Familie willkommen.

Durch das separate Gästehaus war es mir möglich, tagsüber ein Teil der afrikanischen Familie zu sein und mich abends in Ruhe zurückziehen zu können, um die Erlebnisse des Tages zu verarbeiten. Eine ideale Kombination!

Mein Tätigkeitsfeld

Mein Tag im Edde Yane Day Care Centre begann morgens um 7.00h und ehe die ersten Kinder eintrafen, wurde die Zeit genutzt, um die Klassenräume vorzubereiten. Bis zum Beginn des Unterrichts wurde dann ein wenig gespielt, getanzt, gesungen und natürlich auch gebetet sowie die Nationalhymne vorgetragen.

Die ersten Wochen war ich der Babyclass zugeteilt und hatte folglich mit den jüngsten Kindern zu tun, die zwischen 1 ½ und 4 Jahre alt waren. Es hat mir besonderen Spaß gemacht, den Kleinen das Alphabet und die Grundlagen der Mathematik, Formen- sowie Farblehre beizubringen und da ich den Unterricht frei gestalten durfte, wurde es auch nicht so schnell langweilig. Unterbrochen wurde die Unterrichtseinheit gegen 10.30h von einer Porridgepause und nach dem zweiten Teil der Lerneinheit gab es immer um 13.00h Mittagessen.

Schließlich wurde ein Matratzenlager ausgebreitet und die jüngsten Kinder haben ihren Mittagsschlaf gehalten. In dieser Zeit hatten Karo (die andere Volontärin, die im selben Projekt untergebracht war) und ich Mittagspause, die man übrigens prima nutzen konnte, um seine Wäsche (per Hand, natürlich! ;-)) zu waschen. Zu Essen gab es das, was die Kinder auch bekamen, also abwechselnd Reis mir Linsen oder Ugali mit Bohnen. Gegen 14.30h wurden dann die Kinder für die Heimfahrt fertig gemacht. Da hieß es dann in dem ganzen Durcheinader von kleinen schwarzen Schuhen den Überblick zu bewahren und unzählige Schnürsenkel zu binden. Bis zum Abholen des letzten Kindes um 16.15h habe ich meistens mit den Kleinen herumgealbert oder von den Jüngsten meinen Schoß in Beschlag nehmen lassen. Die letzten zwei Wochen meines Aufenthaltes war ich dann in KG1, wo den Kindern bereits beigebracht wurde, wie man schreibt und rechnet. Abwechslung vom „Schulalltag“ bot der Freitag, denn an diesem durften die Kinder nach Herzenslust toben und spielen und mussten nicht in den Klassenräumen sitzen um zu lernen.

Ausflüge

Dar es Salaam ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Tagesausflüge oder Wochenendtrips. Interessant ist beispielsweise ein Ausflug nach Bagamoyo, wo es viel über die deutsche Kolonialgeschichte zu erfahren gibt. Ein Abstecher nach Sansibar darf natürlich auch nicht fehlen (hier lohnt sich übrigens die Spice-Tour!) und eine Reise nach Arusha bzw. Moshi ist ebenfalls einen Abstecher wert. Und wenn dann noch gutes Wetter herrscht hat man einen wunderschönen Blick auf den Kilimandscharo! 

Mein Fazit

Die sechs Wochen in Dar es Salaam sind im Nachhinein viel zu schnell vergangen und ich habe sehr viele interessante Dinge über die Lebensgewohnheiten in Tansania erfahren und mich selber besser kennen gelernt. Man entwickelt überraschend schnell einen entspannteren Umgang mit dem Faktor Zeit und besonders die Gastfreundlichkeit der Menschen hat mich tief beeindruckt und bewegt. Auch den hohen Lebensstandard in Deutschland lernt man neu zu schätzen und ich bin auf jeden Fall froh, den Mut aufgebracht zu haben, diese Reise anzutreten!

An dieser Stelle sei noch einmal ganz herzlich den Mitarbeitern von AfrikaPraktika gedankt, die mir dieses unvergessliche Erlebnis mit all seinen unterschiedlichen Facetten ermöglicht haben!